Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Freunde
   
    thewaytolive

   
    sommertraene

   
    theater.der.traeume

    wolkenlaeuferin
   
    a-cleam-of-hope

   
    be-someone-give-something

    schmetterlingsreiter
   
    sirgerik

    - mehr Freunde


Letztes Feedback


http://myblog.de/windschwinge

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Ketzerin für eine Seele

An jenen Entfernten,

wie schon so oft, missfällt es mir, die Worte, die in meiner Seele umherspuken, einzufangen und zum Verhör zu geleiten. Es missfällt mir, sie auf meine Lippen zu führen, damit sie auch dich erreichen können. Schon vor einigen Jahren, habe ich mich losgelöst, was die anderen „Religion“ schimpfen und kehrte jenen Göttern, die ich nicht zu sehen vermag, den Rücken zu. Man möge mich der Blasphemie anklagen, da ich ihre Gestalt verpöne, doch einige ihrer Lehren ließen mich aufhorchen. Einige der Ideen, die die Menschen um mich herum gesponnen haben, ließen auch mich hellhörig werden und fanden meine Zustimmung.

Der Begriff der Seele, ein Mysterium, welches den Mensch zu dem macht, was er ist, nur durch den Geist an den Körper gebunden. So rein und zerbrechlich, wie eine Rose aus dünnem Glas geblasen, die von einem kleinen Jungen am Rande einer Klippe entlang getragen wird, in der Hoffnung, sie bis zu seinem Ziele nicht an den falschen zu verlieren, oder ihr gar Schaden zuzufügen. Nun frage ich dich, Fremder, glaubst du an die Möglichkeit, dass jene Seelen miteinander verschmelzen können, dass das Glas, aus dem sie gemacht wurde, wieder zu seinem Ursprung zurück kehrt, nur um neu, in doppeltem Ausmaße, geformt zu werden?

Meine Worte sind töricht und dennoch spreche ich sie aus, denn ich habe das Gefühl, geleitet von jener Seele, dass meine nicht mehr alleine zu sein vermag. Sie ergötzt sich nach deiner, denn nachdem meine Seele die deine berührte, entstand ein Band und nun greift sie nach dir, greift und klammert, wie ein Säugling, der seiner Mutter entrissen wird. Glaubst du, fernab von all den Göttern dieser Erde, dass unsere Seelen zusammen gehören? Dass wir nicht an etwas Unsichtbares, sondern nur an jene Verbindungen glauben sollen?

Ich gab mich keinem Gott hin. Ich gab mich dem hin, was ich bin: ein Mensch; welcher sich nach seines gleichen sehnte und dich gefunden hat. Meine, nein, auch deine Seele berührte die meinige, sowie das Spiel auch umgekehrt.. Aus der schlichten Berührung wurde ein Band, das keine Entfernung und kein anderer jemals hatte durchtrennen können.

Und nun, nun sieh mich an. Ich bin verwundet, meine Seele leidet unter dem Verlust ihres anderen Teiles. Schon einmal wurde ihr ein Teil entrissen, doch dieses fand sich wieder ein. Es ist um so vieles schlimmer, zu wissen, dass du in der Nähe bist und dennoch nicht bei dir sein zu dürfen. Meine Seele konnte fliegen, über jedes Meer und jeden Berg, da sie deine Seele fühlen konnte.

Doch nun sitze ich hier, alleine im Dunkeln und vermag es nicht, dich zu erspüren. Wie paradox, da doch die Distanz um so vieles geschrumpft ist. Das Band, es ist so stark, unerschütterlich und gleichzeitig so zerbrechlich wie noch nie. Ich sehne mich nach dem Kontakt zu dem, was in dir ist, suche nach der Existenz in dir und kann sie doch nicht finden, dabei bin ich doch räumlich dir so nah.

Unsere Körper mögen des Öfteren  aufeinander treffen, doch unsere Seelen finden keine Ruh. Sie sehnen sich doch nach gemeinsamem Schlaf, doch wohin sie wandern, erwartet sie nur Rastlosigkeit. Ich liege nachts in meinem Bett. Obgleich mir warm ist, so friere ich, meine Hände tasten nach allen Seiten, auf der Suche nach deiner Wärme, doch sie ist nicht zu finden. Meine Augen huschen vergeblich umher, doch finden sie nur Leere und nicht das von Bernsteinfarbe durchzogene Blau. Ich bin nicht allein und dennoch fühle ich mich einsam, meine Seele schreit nach deiner!

Du glaubst wohl, weil wir uns nun öfter sehen, fällt uns alles leichter und gewissermaßen wurden wir dadurch auch federleicht, dennoch ist die Zeit, die unsere Seelen miteinander verbringen, gleich der Anzahl der Unsterblichen auf dieser Welt; da es keine Götter gibt, geht diese Zahl in aller Zerstörung dem Nichts und der Null entgegen.

Obgleich das Band der Liebe stärker ist als nie, so schreit meine Seele nach der deinigen. Sie schreit und fleht und bettelt und in jenen Momenten, da ich nachts alleine liege, wird es mir umso bewusster, dass deine Wärme fehlt. Die Zeiten der Arbeit, sie sperren uns ein, wenn auch unserer Körper den „freien Willen“ besitzen, sind unserer Seelen gefangen. Warum, warum nur muss jetzt, da meine Seele endlich frei ist, offen für ein noch stärkeres Band mit dir, deine weiterhin in Gefangenschaft gehalten werden?

Ich weiß, ich bin mal wieder nicht in der Lage das auszudrücken, was ich fühle, in einfachen Worten, wie es einfache Leute tun würden. Doch vielleicht suche ich nun die Magie, den Zauber, die metaphysischen Bündnisse nicht im All, sondern in mir drin. Ich lebe ohne Gott und versuche seinen Platz in mir durch mich zu ersetzen. Ich bin eine Ketzerin, die ihre Worte an dich richtet, die eine Seele fand und sie dir schenkte. Und diese Seele will dir drei Worte flüstern: Ich vermisse dich.

16.10.12 22:48
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung